| Das Zentrum von Røros - gelegentlich von Pferdeschlitten und Tretschlitten durchkreuzt |
Mittwoch, 19. Februar 2014
Nachtrag: Mein erster Urlaub
Hier ein paar Eindrücke von meinem Urlaub mit Eva, in dem wir in dem alten Bergbaustädtchen Røros (einer der kältesten Orte Norwegens! Wir habens gemerkt!) und anschließend noch in Hommelvik waren.
Sonntag, 19. Januar 2014
Kälte, Wind und Eis
Nach einer langen Strecke über Null Grad hat der Winter mit einem zwischenzeitlichen Temperaturabsturz bis -18 Grad wieder losgelegt. Jetzt können wir dafür endlich auf unserem See Schlittschuhfahren und obwohl ich unseren lieben, kleinen Rossweier nicht beleidigen will, ist es doch die wundervollste Eisfläche, auf der ich je gefahren bin! Dort haben wir vor ein paar Tagen im Schein des Vollmonds unsere ersten Runden über das Eis gezogen, um uns herum die dunkel bewaldeten Berge, nur unterbrochen von den leuchtenden Fenstervierecken unserer Häuser. Der Wind hat so stark geblasen, dass wir uns über die ganze Fläche tragen lassen konnten, ohne auch nur einen Fuß zu rühren! (der Rückweg hat sich natürlich dementsprechend anders gestaltet) Ich hoffe, dass wir heute nochmal eine Runde fahren können.
Neben diesen schönen Seiten macht die Kälte manchmal auch etwas Probleme, zum Beispiel wenn in den Ställen die Wasserleitungen zufrieren, und wir damit sehr lange mit Hähne auftauen und Wasser herumtragen beschäftigt sind. Außerdem habe ich festgestellt, dass meine Winterjacken wohl eher auf deutsche Temperaturen ausgelegt sind, und laufe deshalb seid einigen Tagen nur noch in einem riesigen, warmen "varmedress" (so ein Ganzkörperschneeanzug) herumlaufe, der wohl auch meinem lieben Bruder noch zu groß wäre, aber trotzdem (oder gerade deshalb?) ganz hervorragend warm hält.
Auch sonst habe ich gerade eine sehr nette und interessante Zeit, weil ich für etwas mehr als zwei Wochen in ein anderes Wohnhaus umgezogen bin um hier auszuhelfen. Dass ist zum einen sehr nett, weil hier auch Maike (eine andere Freiwillige) wohnt und es dadurch im Alltag nicht so einsam ist wie es mir manchmal in meinem normalen Haus vorkam, und außerdem weil die Dörfler insgesamt doch jünger und lebendiger sind, was eine nette Abwechslung zu meiner größtenteils doch etwas ruhigeren Besetzung im Mortenshus ist.
Jetzt wird es aber Zeit, dass ich mich wieder in meinen Varmedress einhülle um in den Stall zu gehen. Heute Abend haben wir außerdem unsere erste Probe für "Momo", das wir als Theaterstück im Frühling aufführen wollen. Ich bin sehr gespannt, wie das so wird!
Samstag, 21. Dezember 2013
ein neues Kalb ist da!
Heute haben wir den dunkelsten Tag im Jahr erreicht und ich muss sagen, dass ich mit dem übrigen Licht bis jetzt gut auskomme. Meistens haben wir außerdem etwas Schnee, durch den es so hell ist, dass man auch nachts oft problemlos ohne Taschenlampe herumlaufen kann. Trotzdem freue ich mich natürlich auf etwas mehr Sonnenstunden!
Vor zwei Tagen haben wir ein Adventskalb bekommen. Es ist unglaublich, wie klein so ein Kalb ist! Ich habe ja eigentlich schon einige Male neugeborene Kälber gesehen, aber nachdem ich jetzt so viel Zeit mit unseren großen Kühen verbracht habe, kam mir das Kälbchen besonders klein und zart vor. Wir wollten es eigentlich mit einem Namen, der wie der der Mutter (Dagros) mit D beginnt, versehen, aber nach Dirk, Dieter und ähnlichen Vorschlägen haben wir beschlossen, von dieser Tradition abzuweichen. Jetzt ist es das einzige Tier in unserem Stall mit Vor- und Nachname: Kalle Kvist. Wir hoffen sehr, dass er sich zu einem gutmütigen Ochse entwickelt und wir ihn vielleicht behalten können.
Nach der etwas vollen Vorweihnachtszeit ist es jetzt wieder ruhiger geworden: Die Weihnachtskarten sind gerade noch rechtzeitig fertig geworden und auch die Aufführung des Weihnachtsspiels haben wir jetzt hinter uns. Wir haben es in einer kleinen Holzkirche in Hommelvik vor einer schönen Anzahl an Zuschauern gespielt und es war wirklich sehr nett. Jetzt bin ich aber auch froh, mal wieder Stücke auf dem Marimba üben zu können, die über zwei Schläger hinausgehen und nicht ausschließlich aus Stimmen im Terzabstand bestehen, die einen irgendwie etwas an bayrische Volkslieder erinnern.
Wettermäßig ist uns gerade viel geboten: Die Temperatur pendelt zwar recht unspektakulär um die Null Grad herum und erlaubt uns gerade keine Langlauftouren mehr, aber dafür sorgen Stürme für etwas Abwechslung: Der letzte hat nicht nur unsere Stromleitung gekappt, sondern auch einige Bäume gefällt und Ziegel zerschmettert. Es ist aber niemandem etwas passiert, im Gegenteil, der Stromausfall war sogar sehr passend, weil am Tag darauf Santa Lucia war, und wir so tatsächlich morgens mit unseren Kerzen und Brötchen in "dunkle Stuben" eingetreten sind. Es war eine sehr schöne Erfahrung.
Jetzt haben die Werkstattferien begonnen und einige Dörfler sind über Weihnachten nach Hause gegangen. Mit den übrigen werden wir in dieser Zeit anderes Programm machen und gemeinsam im Saal essen, was bestimmt sehr nett wird.
Vor zwei Tagen haben wir ein Adventskalb bekommen. Es ist unglaublich, wie klein so ein Kalb ist! Ich habe ja eigentlich schon einige Male neugeborene Kälber gesehen, aber nachdem ich jetzt so viel Zeit mit unseren großen Kühen verbracht habe, kam mir das Kälbchen besonders klein und zart vor. Wir wollten es eigentlich mit einem Namen, der wie der der Mutter (Dagros) mit D beginnt, versehen, aber nach Dirk, Dieter und ähnlichen Vorschlägen haben wir beschlossen, von dieser Tradition abzuweichen. Jetzt ist es das einzige Tier in unserem Stall mit Vor- und Nachname: Kalle Kvist. Wir hoffen sehr, dass er sich zu einem gutmütigen Ochse entwickelt und wir ihn vielleicht behalten können.
Nach der etwas vollen Vorweihnachtszeit ist es jetzt wieder ruhiger geworden: Die Weihnachtskarten sind gerade noch rechtzeitig fertig geworden und auch die Aufführung des Weihnachtsspiels haben wir jetzt hinter uns. Wir haben es in einer kleinen Holzkirche in Hommelvik vor einer schönen Anzahl an Zuschauern gespielt und es war wirklich sehr nett. Jetzt bin ich aber auch froh, mal wieder Stücke auf dem Marimba üben zu können, die über zwei Schläger hinausgehen und nicht ausschließlich aus Stimmen im Terzabstand bestehen, die einen irgendwie etwas an bayrische Volkslieder erinnern.
Wettermäßig ist uns gerade viel geboten: Die Temperatur pendelt zwar recht unspektakulär um die Null Grad herum und erlaubt uns gerade keine Langlauftouren mehr, aber dafür sorgen Stürme für etwas Abwechslung: Der letzte hat nicht nur unsere Stromleitung gekappt, sondern auch einige Bäume gefällt und Ziegel zerschmettert. Es ist aber niemandem etwas passiert, im Gegenteil, der Stromausfall war sogar sehr passend, weil am Tag darauf Santa Lucia war, und wir so tatsächlich morgens mit unseren Kerzen und Brötchen in "dunkle Stuben" eingetreten sind. Es war eine sehr schöne Erfahrung.
Jetzt haben die Werkstattferien begonnen und einige Dörfler sind über Weihnachten nach Hause gegangen. Mit den übrigen werden wir in dieser Zeit anderes Programm machen und gemeinsam im Saal essen, was bestimmt sehr nett wird.
Freitag, 29. November 2013
Weihnachstmarkt, Weihnachtstisch und Weihnachtskarten
Die letzten Wochen waren vollgepackt mit großen und kleinen Erlebnissen und Aufgaben, die den Alltag zwar etwas anstrengend, aber dafür sehr lebendig und bunt gemacht haben:
Erstens natürlich der Weihnachtsmarkt:
Ich habe wirklich gestaunt, was wir hier alles so herstellen, als sich der Saal in einen Verkaufsraum voll von beladenen Tischen verwandelt hatte. Im Alltag sehe ich meistens nur die Sachen die gerade in Bearbeitung sind, also mal drei Teppiche und ein paar Handschuhpaare und Strickherzen (ja, ja, Geschmäcker sind verschieden...) deshalb hat mich die Fülle der gesammelten Waren dann wirklich beeindruckt. Am Tag vor dem Weihnachsmarkt haben wir noch alles mit Tannenzweigen und nelkenbestikten Orangen geschmückt und fühlten uns schon ganz weihnachtlich vor lauter Duft, dazu hat der Schnee vorm Fenster auch noch seinen Teil beigetragen. Am Weihnachtsmarkt selbst war nicht mehr viel Zeit sich weihnachtlich zu fühlen, weil unser kleines Dorf plötzlich voll von Menschen war, die Kuchen essen, Kaffe trinken und Sachen kaufen wollten. Trotzdem hatten wir so viel Kuchen übrig, dass wir die letzten Tage in Torten schwelgen konnten und ich sehr froh bin, dass es jetzt durch den Schnee die Möglichkeit gibt Langlaufen zu gehen oder mit dem Spark herumzufahren und ein wenig Sport zu machen. Außerdem haben Maike und ich vor drei Tagen die Bolderhalle in Trondheim entdeckt und uns einen Muskelkater eingehandelt, der mir jetzt noch Erinnerungen ans Klettern beschert (vorzugsweise beim Melken).
Am Dienstag war dann eines der Großereignisse im Jahr: Der Julebord (Weihnachstisch)
Das ist wohl so eine norwegische Tradition, bei der man sich schön anzieht, fein isst, und danach tanzt (zumindest war das bei uns so). Dazu sind wir mit einem Großteil des Camphills in ein sehr nobles Hotel gegangen, in dem uns ein großer Saal mit Livemusik, die SWR4 in nichts nachsteht, erwartet hat. Nach dem Essen (das zwar für einen Vegetarier nicht so viel zu bieten, aber dafür einen gigantischen Nachtisch hatte) wurden ein paar bekannte norwegische Weihnachslieder geschnulzt und dann wurde getanzt. Allein für das Tanzen hätte sich aber die Unternehmung gelohnt: Ich war völlig überrascht, als ich zur Bühne schaute und gesehen habe, dass ein Betreuter, der in meiner Hausgemeinschaft wohnt und nahezu nie Gefühle zeigt, als erster die Tanzfläche geentert hat und dort mit einem strahlenden Lächeln übers ganze Gesicht tanzte. Die Freude die einige Betreute am Tanzen hatten, war so ansteckend, das sich zeitweise der Großteil von Jossasen auf der Tanzfläche getümmelt hat und auch ich so viel Spaß wie noch selten am Tanzen hatte. Jetzt haben wir jungen Mitarbeiter uns vorgenommen regelmäßig abends Tanz in Jossasen zu veranstalten.
Gerade bin ich aber noch sehr beschäftigt mit meinem anderen kleinen Projekt: Weihnachtskarten machen. Das Camphill verschickt vor Weihnachten knapp 200 Karten die natürlich selbstgemacht sein sollen. Ich habe angeboten dafür die Organisation zu übernehmen (und nein, es kam trotzdem noch zu keinen riesigen Daten- oder Uhrzeitverwirrungen :-) ) und wir hatten schon einen langen Bastelabend an dem wir eine gute Anzahl an Karten herstellen konnten. Trotzdem ist noch einiges zu tun und in meinem Zimmer steht jetzt eine große Kiste voller angefangener Karten, die in ihrer Unfertigkeit nach Aufmerksamkeit schreien. Aber zum Glück ist es ja noch lange hin bis Weihnachten - auch wenn uns zwei Stomausfälle schon Mahlzeiten und Melken bei Kerzenschein beschert haben und uns damit alle in eine gemütliche Vorweihnachtsstimmung versetzt haben. Diese Stromausfälle sind hier wohl nicht so selten, weil es öfters mal windet und dabei auch mal etwas auf die Kabel fallen kann. Aber es ist eine sehr nette Abwechslung im Alltag und ich freue mich schon auf den nächsten.
Es muss wohl sehr schöne Bilder vom Weihnachtsmarkt und dem Julebord geben. Sobald ich sie mir besorgt habe werde ich sie noch nachtragen.
Erstens natürlich der Weihnachtsmarkt:
Ich habe wirklich gestaunt, was wir hier alles so herstellen, als sich der Saal in einen Verkaufsraum voll von beladenen Tischen verwandelt hatte. Im Alltag sehe ich meistens nur die Sachen die gerade in Bearbeitung sind, also mal drei Teppiche und ein paar Handschuhpaare und Strickherzen (ja, ja, Geschmäcker sind verschieden...) deshalb hat mich die Fülle der gesammelten Waren dann wirklich beeindruckt. Am Tag vor dem Weihnachsmarkt haben wir noch alles mit Tannenzweigen und nelkenbestikten Orangen geschmückt und fühlten uns schon ganz weihnachtlich vor lauter Duft, dazu hat der Schnee vorm Fenster auch noch seinen Teil beigetragen. Am Weihnachtsmarkt selbst war nicht mehr viel Zeit sich weihnachtlich zu fühlen, weil unser kleines Dorf plötzlich voll von Menschen war, die Kuchen essen, Kaffe trinken und Sachen kaufen wollten. Trotzdem hatten wir so viel Kuchen übrig, dass wir die letzten Tage in Torten schwelgen konnten und ich sehr froh bin, dass es jetzt durch den Schnee die Möglichkeit gibt Langlaufen zu gehen oder mit dem Spark herumzufahren und ein wenig Sport zu machen. Außerdem haben Maike und ich vor drei Tagen die Bolderhalle in Trondheim entdeckt und uns einen Muskelkater eingehandelt, der mir jetzt noch Erinnerungen ans Klettern beschert (vorzugsweise beim Melken).
Am Dienstag war dann eines der Großereignisse im Jahr: Der Julebord (Weihnachstisch)
Das ist wohl so eine norwegische Tradition, bei der man sich schön anzieht, fein isst, und danach tanzt (zumindest war das bei uns so). Dazu sind wir mit einem Großteil des Camphills in ein sehr nobles Hotel gegangen, in dem uns ein großer Saal mit Livemusik, die SWR4 in nichts nachsteht, erwartet hat. Nach dem Essen (das zwar für einen Vegetarier nicht so viel zu bieten, aber dafür einen gigantischen Nachtisch hatte) wurden ein paar bekannte norwegische Weihnachslieder geschnulzt und dann wurde getanzt. Allein für das Tanzen hätte sich aber die Unternehmung gelohnt: Ich war völlig überrascht, als ich zur Bühne schaute und gesehen habe, dass ein Betreuter, der in meiner Hausgemeinschaft wohnt und nahezu nie Gefühle zeigt, als erster die Tanzfläche geentert hat und dort mit einem strahlenden Lächeln übers ganze Gesicht tanzte. Die Freude die einige Betreute am Tanzen hatten, war so ansteckend, das sich zeitweise der Großteil von Jossasen auf der Tanzfläche getümmelt hat und auch ich so viel Spaß wie noch selten am Tanzen hatte. Jetzt haben wir jungen Mitarbeiter uns vorgenommen regelmäßig abends Tanz in Jossasen zu veranstalten.
Gerade bin ich aber noch sehr beschäftigt mit meinem anderen kleinen Projekt: Weihnachtskarten machen. Das Camphill verschickt vor Weihnachten knapp 200 Karten die natürlich selbstgemacht sein sollen. Ich habe angeboten dafür die Organisation zu übernehmen (und nein, es kam trotzdem noch zu keinen riesigen Daten- oder Uhrzeitverwirrungen :-) ) und wir hatten schon einen langen Bastelabend an dem wir eine gute Anzahl an Karten herstellen konnten. Trotzdem ist noch einiges zu tun und in meinem Zimmer steht jetzt eine große Kiste voller angefangener Karten, die in ihrer Unfertigkeit nach Aufmerksamkeit schreien. Aber zum Glück ist es ja noch lange hin bis Weihnachten - auch wenn uns zwei Stomausfälle schon Mahlzeiten und Melken bei Kerzenschein beschert haben und uns damit alle in eine gemütliche Vorweihnachtsstimmung versetzt haben. Diese Stromausfälle sind hier wohl nicht so selten, weil es öfters mal windet und dabei auch mal etwas auf die Kabel fallen kann. Aber es ist eine sehr nette Abwechslung im Alltag und ich freue mich schon auf den nächsten.
Es muss wohl sehr schöne Bilder vom Weihnachtsmarkt und dem Julebord geben. Sobald ich sie mir besorgt habe werde ich sie noch nachtragen.
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