Donnerstag, 10. April 2014

Skiseminar, Nordlichtnachtrag und Frühling

So, nachdem ich meinen Blogg jetzt ja einige Zeit schändlich vernachlässigt habe, will ich jetzt versuchen, ein bisschen was nachzuholen. Während sich mein letzter Bloggeintrag ja noch im tiefsten Winter abspielt, ist inzwischen der Frühling auch hier zu erahnen. Es ist unglaublich lange hell, die Schneeflächen schrumpfen und abends ist ein unglaubliches Vogelkonzert zu hören. Vorletztes Wochenende gings aber für uns neue Mitarbeiter nochmal in den Schnee, wir hatten nämlich ein Skiseminar mit den neuen Co-Workern aus allen Camphills Norwegens. Es waren drei wirklich tolle Tage im Gebirge, die mich etwas mit diesem schneelosen Winter hier versöhnt haben.

Diese Kirche haben wir auf dem Weg angeschaut. Es ist eine der ältesten (oder die älteste?) oder besterhaltensten Stabkirchen Norwegens, und wurde noch mit der gleichen Technik wie Wikingerschiffe gebaut. Sehr einladend wirkt sie aber trotzdem nicht. 

Da ich jetzt thematisch sowieso schon im Winter gelandet bin, will ich auch gleich noch ein paar Eindrücke von einem unglaublichen Nordlicht nachtragen, das wir vor einiger Zeit gesehen haben und das alles übertroffen hat, was ich mir hätte vorstellen können. 



Arbeitsmäßig läuft gerade sonst alles seinen gewohnten Gang, auch wenn insgesamt etwas mehr als sonst zu tun ist, weil wir zur Zeit noch zusätzlich 2-3 Momo Proben in der Woche haben. Eigentlich macht mir das Schauspielern und das ganze Projekt wirklich Spaß, aber so langsam freue ich mich auch darauf, es rum zu habe, weil  ich die Texte inzwischen kaum mehr hören kann. Aber ich bin mir sicher, dass da wieder mehr Fahrt reinkommt, wenn es dann erstmal auf die Aufführungen zugeht. (Was ja schon erschreckend bald ist! Mai!) 
Im Stall warten wir gespannt auf das nächste Kälbchen (von der Kuh, die ich auf dem Bild weiter unten im Blogg melke), und in wenigen Wochen wird eine ganze Welle von Lämmchen erwartet. Darauf freue ich mich schon sehr! 
Ab heute beginnen hier außerdem die Osterferien, in denen die Werkstätten geschlossen sind und wir jeden Tag gemeinsam im Saal Mittagessen, wodurch der Alltag sehr entspannt wird. 

Mittwoch, 19. Februar 2014

Nachtrag: Mein erster Urlaub

Hier ein paar Eindrücke von meinem Urlaub mit Eva, in dem wir in dem alten Bergbaustädtchen Røros (einer der kältesten Orte Norwegens! Wir habens  gemerkt!) und anschließend noch in Hommelvik waren.
Das Zentrum von Røros - gelegentlich von Pferdeschlitten und Tretschlitten durchkreuzt

In dieser Gasse wurden einige Szenen aus Pippi Langstrumpf gedreht - es wundert einen nicht, wenn man diese alten Häuser sieht! Sie sind einfach sehr beeindruckend (nebenbei: die Menschen damals müssen kleiner gewesen sein :-) )

Zufällig sind wir in ein Großereignis hinein geraten: ein großes Schlittenhundrennen, das sich über mehrere Tage hinweg zieht. Hier wird gerade der Juniorsieger am Ziel interviewt. Außer uns, dem Filmteam, Reportern und einer riesigen Leinwand waren immerhin noch fast 20 andere Menschen da!




Kurzgesagt: Wir hatten einen wundervollen Winterurlaub!

Sonntag, 19. Januar 2014

Kälte, Wind und Eis

Nach einer langen Strecke über Null Grad hat der Winter mit einem zwischenzeitlichen Temperaturabsturz bis -18 Grad wieder losgelegt. Jetzt können wir dafür endlich auf unserem See Schlittschuhfahren und obwohl ich unseren lieben, kleinen Rossweier nicht beleidigen will, ist es doch die wundervollste Eisfläche, auf der ich je gefahren bin! Dort haben wir vor ein paar Tagen im Schein des Vollmonds unsere ersten Runden über das Eis gezogen, um uns herum die dunkel bewaldeten Berge, nur unterbrochen von den leuchtenden Fenstervierecken unserer Häuser. Der Wind hat so stark geblasen, dass wir uns über die ganze Fläche tragen lassen konnten, ohne auch nur einen Fuß zu rühren! (der Rückweg hat sich natürlich dementsprechend anders gestaltet) Ich hoffe, dass wir heute nochmal eine Runde fahren können.
Neben diesen schönen Seiten macht die Kälte manchmal auch etwas Probleme, zum Beispiel wenn in den Ställen die Wasserleitungen zufrieren, und wir damit sehr lange mit Hähne auftauen und Wasser herumtragen beschäftigt sind. Außerdem habe ich festgestellt, dass meine Winterjacken wohl eher auf deutsche Temperaturen ausgelegt sind, und laufe deshalb seid einigen Tagen nur noch in einem riesigen, warmen "varmedress" (so ein Ganzkörperschneeanzug) herumlaufe, der wohl auch meinem lieben Bruder noch zu groß wäre, aber trotzdem (oder gerade deshalb?) ganz hervorragend warm hält. 
Auch sonst habe ich gerade eine sehr nette und interessante Zeit, weil ich für etwas mehr als zwei Wochen in ein anderes Wohnhaus umgezogen bin um hier auszuhelfen. Dass ist zum einen sehr nett, weil hier auch Maike (eine andere Freiwillige) wohnt und es dadurch im Alltag nicht so einsam ist wie es mir manchmal in meinem normalen Haus vorkam, und außerdem weil die Dörfler insgesamt doch jünger und lebendiger sind, was eine nette Abwechslung zu meiner größtenteils doch etwas ruhigeren Besetzung im Mortenshus ist. 
Jetzt wird es aber Zeit, dass ich mich wieder in meinen Varmedress einhülle um in den Stall zu gehen. Heute Abend haben wir außerdem unsere erste Probe für "Momo", das wir als Theaterstück im Frühling aufführen wollen. Ich bin sehr gespannt, wie das so wird!

Samstag, 21. Dezember 2013

Kalle Kvist




Weihnachtskarten


ein neues Kalb ist da!

Heute haben wir den dunkelsten Tag im Jahr erreicht und ich muss sagen, dass ich mit dem übrigen Licht bis jetzt gut auskomme. Meistens haben wir außerdem etwas Schnee, durch den es so hell ist, dass man auch nachts oft problemlos ohne Taschenlampe herumlaufen kann. Trotzdem freue ich mich natürlich auf etwas mehr Sonnenstunden!
Vor zwei Tagen haben wir ein Adventskalb bekommen. Es ist unglaublich, wie klein so ein Kalb ist! Ich habe ja eigentlich schon einige Male neugeborene Kälber gesehen, aber nachdem ich jetzt so viel Zeit mit unseren großen Kühen verbracht habe, kam mir das Kälbchen besonders klein und zart vor. Wir wollten es eigentlich mit einem Namen, der wie der der Mutter (Dagros) mit D beginnt, versehen, aber nach Dirk, Dieter und ähnlichen Vorschlägen haben wir beschlossen, von dieser Tradition abzuweichen. Jetzt ist es das einzige Tier in unserem Stall mit Vor- und Nachname: Kalle Kvist. Wir hoffen sehr, dass er sich zu einem gutmütigen Ochse entwickelt und wir ihn vielleicht behalten können.
Nach der etwas vollen Vorweihnachtszeit ist es jetzt wieder ruhiger geworden: Die Weihnachtskarten sind gerade noch rechtzeitig fertig geworden und auch die Aufführung des Weihnachtsspiels haben wir jetzt hinter uns. Wir haben es in einer kleinen Holzkirche in Hommelvik vor einer schönen Anzahl an Zuschauern gespielt und es war wirklich sehr nett. Jetzt bin ich aber auch froh, mal wieder Stücke auf dem Marimba üben zu können, die über zwei Schläger hinausgehen und nicht ausschließlich aus Stimmen im Terzabstand bestehen, die einen irgendwie etwas an bayrische Volkslieder erinnern.
Wettermäßig ist uns gerade viel geboten: Die Temperatur pendelt zwar recht unspektakulär um die Null Grad herum und erlaubt uns gerade keine Langlauftouren mehr, aber dafür sorgen Stürme für etwas Abwechslung: Der letzte hat nicht nur unsere Stromleitung gekappt, sondern auch einige Bäume gefällt und Ziegel zerschmettert. Es ist aber niemandem etwas passiert, im Gegenteil, der Stromausfall war sogar sehr passend, weil am Tag darauf Santa Lucia war, und wir so tatsächlich morgens mit unseren Kerzen und Brötchen in "dunkle Stuben" eingetreten sind. Es war eine sehr schöne Erfahrung.
Jetzt haben die Werkstattferien begonnen und einige Dörfler sind über Weihnachten nach Hause gegangen. Mit den übrigen werden wir in dieser Zeit anderes Programm machen und gemeinsam im Saal essen, was bestimmt sehr nett wird.

Freitag, 29. November 2013

Auf den Straßen hier begegnet man zwar nicht so oft anderen Autos, aber dafür vielem Anderen